Klassik_News_28.08.17
MUSIKTAGE MONDSEE

MUSIKTAGE MONDSEE

Es war im Spätsommer 1989, als der in Budapest geborene österreichisch-britische Pianist und Dirigent András Schiff das „Mondsee-Festival“ in der Nähe von Salzburg erstmalig initiierte. Das einstige Wunderkind, das bereits mit Fünf das Klavierspiel erlernte und mit 14 sein Studium an der „Franz-Liszt-Musikakademie“ in Budapest aufnahm, leitete dieses alljährlich stattfindende Event bis 1998 und ließ es zu einem der führenden Kammermusik-Festivals in Europa avancieren, was neben der stets hochkarätigen Besetzung auch an der einzigartigen Atmosphäre des beeindruckenden Salzkammerguts liegt.

Ab 1999 übergab der von der britischen Regierung zum „Sir“ geadelte, heute 63-jährige Schiff die Leitung an Christian Altenburger und Julia Sternberger, 2006 folgte Heinrich Schiff, seit 2010 ist das Auryn Quartett für das Geschehen künstlerisch verantwortlich. So trägt der aus Cello, Bratsche und zwei Violinisten bestehende Vierer auch dieses Jahr wieder die Verantwortung.

2017 (das Festival startet am 1.9. und ist noch bis zum 9. September in Gange) werden einmal mehr erstaunliche musikalische Leckerbissen serviert: Zu hören und sehen sind hochrangige Kaliber wie Violinist Benjamin Schmid, Bariton Rafael Fingerlos, Kammerschauspieler Joseph Lorenz und einige andere Hochkaräter mehr.

Das Motto in diesem Jahr lautet „Ludwig van Beethoven - Vollender und Erneuerer“ und ist damit vorrangig dem „Klassik-Klassiker“ Beethoven gewidmet. Dessen Musik enthält zum ersten Mal eine persönliche Botschaft und strebt danach, den Hörer – gemäß dem humanistischen Ideal – zu verändern. Aber auch Werke von Haydn, Mendelssohn-Bartholdy, Schumann, Schönberg, Brahms und Bach stehen auf dem Programm.

Ansonsten sieht das künstlerische Konzept vor, dass jedes Jahr ein bedeutender Komponist an den Mondsee eingeladen wird, der für die „Musiktage“ im Salzkammergut ein Auftragswerk erstellt, das beim Festival aufgeführt wird. Dieses Jahr ist die Wahl des „Composers In Residence“ auf Wolfgang Rihm gefallen. Der 1952 in Karlsruhe geborene Komponist, Musikwissenschaftler und Essayist fühlt sich modernen Avantgardisten wie Hans Werner Henze, Karlheinz Stockhausen oder Luigi Nono nahe. Doch auch den späten Instrumentalwerken von Ludwig van Beethoven fühlt er sich verpflichtet. Daher überrascht es nicht, dass sich die Veranstalter ihn als „Composer In Residence“ aussuchten. Kaum ein Komponist der Gegenwart hätte den guten Ludwig Van akustisch besser in die Moderne versetzen können. www.musiktage-mondsee.at

Bild: Benjamin Schmid ©Musiktage Mondsee, Willi Pleschberger.
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