Pop_News_07.08.26
GÄNSEHAUT - KARL DER KÄFER IST ZURÜCK

GÄNSEHAUT - KARL DER KÄFER IST ZURÜCK

Gänsehaut-Mitbegründer Gerald Dellmann erklärt die Wiederauferstehung seiner Band wie folgt: „Wir waren nie weg, aber in einen tiefen Winterschlaf gefallen. Jetzt sind wir endlich aufgewacht und wieder aktiv. Das ist ein sehr schönes Gefühl!“
Wir erinnern uns an das Jahr 1981: Waldsterben, kurz zuvor erfolgte Gründung der Öko-Partei DIE GRÜNEN, Stationierung von amerikanischen Pershing II-Raketen auf deutschem Boden waren die politischen Aufreger-Themen. In jenem Jahr gründete sich auch ein Trio namens Gänsehaut, das aus der Köln-Bonner Deutschrock-Formation Satin Whale hervorgegangen war. Mit dabei waren Sänger Wolfgang Hieronymi, Gitarrist Dieter Roesberg und Keyboarder Gerald Dellmann. Zwei Jahre später erschien die Single “Karl der Käfer“, ein Umweltsong, der sich stolze 17 Wochen in den Charts hielt.
Es sollte der einzige richtig durchschlagende Erfolg der Formation bleiben. Das im selben Jahr in den Handel kommende Album „Schmetterlinge gibt’s nicht mehr“ dümpelte noch für wenige Wochen in den unteren Regionen der Hitparade. Die danach folgenden Tonträger schafften nicht mal mehr das. Rosberg und Fellmann kehrten wieder zurück in ihre „zivilen“ Berufe als Geschäftsführer bzw. Chefredakteur im „Musik-Media-Verlag“. Gänsehaut aufgelöst wurde allerdings nie.
Anno 2022 reaktivierte Hellmann, heute 72 und in Rente, zusammen mit dem Kölner Musikproduzenten Nikolai Käßmann, der inzwischen 56 Jahre zählt, die Gruppe. Und weil Wolfgang Hieronymi im Oktober 1986 mit nur 30 Jahren Suizid begangen hatte, brauchte man einen neuen Frontmann. Der fand sich in dem 26jährigen Jungspund Freddy Ovens aus der Lüneburger Heide, der dem Duo mit seiner markanten Raspel-Stimme, die an Casper erinnert, rasch aufgefallen war, ebenso als Stimme der Formation Kellerproduktion.
„Freddy war die perfekte Ergänzung unseres Drei-Generationen-Hauses“, lacht Dellmann. „Jetzt konnten wir das Projekt „Gänsehaut wird 45“ in Angriff nehmen.“ Dazu brauchte es eine Rundumerneuerung - zeitgemäßere Texte, mehr Groove in den Songs, insgesamt up to date werden, ohne dabei die Wurzeln der Gruppe komplett auszureißen. „Eigentlich sind wir eine Formation, die sich um den Erhalt von Tier- und Pflanzenwelt kümmert“, erklärt Senior Gerald. „Das ist ein zeitloses Thema, vielleicht sogar brisanter als vor 45 Jahren.
Deshalb haben wir auch unseren alten Kumpel Karl der Käfer eingeladen, bei unserem neuen Album „Morgendämmerung“ in einer aktualisierten Version dabei zu sein. Er ist nicht nur unser Maskottchen. Sondern auch ein Sinnbild dafür, dass wir Menschen die verdammte Pflicht haben, unsere Natur zu schützen. Wenn die Starken sich nicht mehr um die Schwachen kümmern, dann geht es mit der Menschheit endgültig den Bach runter.“

MICHAEL FUCHS-GAMBÖCK
Foto: MANFRED ROLEF
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