Pop_News_08.05.26
STAIRWAY TO VIOLET - HEAVY METAL IM KINOFORMAT

STAIRWAY TO VIOLET - HEAVY METAL IM KINOFORMAT

Béla Klentze bringt seine Sicht der Dinge über das eigene Leben gleich zu Beginn des Telefongesprächs auf den Punkt: „Ich mochte seit jeher die Komplexität des künstlerischen Daseins“, schwärmt der 37jährige Münchner, der seit längerem in Köln residiert, „deshalb habe ich in der Öffentlichkeit eine Menge Bereiche ausprobiert: Model, TV, Kino, Tanz, Show.“ Er war mit Neun erstmals professionell vor der Kamera, mischte mit Elf im „Tatort“ mit, später im Oscar-prämierten Film „Nirgendwo in Afrika“, tanzte in „Let’s Dance“, spielte und spielt in jeder Menge TV-Filmen und -Serien mit. „Zur Musik bin ich allerdings so richtig erst während der „Corona“-Zeit gekommen“, erklärt Béla. „Ich steckte in Quarantäne fest, wollte mich aber unbedingt irgendwie ausdrücken. Musik konnte ich von zu Hause aus angehen.“
Dabei liegen ihm die Wurzeln in den Genen, immerhin ist der Vater von Béla ein Jazzmusiker namens Thorsten Klentze. „Wobei mich dieses Genre nie sonderlich angesprochen hat, da gibt es mir zu viel Improvisation“, berichtet Béla. „Mich zog es immer mehr zu Heavy Metal und Hard Rock hin. Metallica und Black Sabbath waren seit jeher meine großen Idole.“
Jedenfalls ging der Charismatiker ab 2021 seiner neuen Obsession nach und gründete als Frontmann sowie Komponist mit vier Mitstreitern die „Cinematic Rock Band“ (Selbsteinschätzung) namens Stairway To Violet. Hierbei werden all die vielseitigen Talente von Klentze zu einem Gesamtkunstwerk vereint. Der Hauptanspruch dieses Projekts ist es, „eingängige Melodien zu komponieren und gerne auch mal zu provozieren“, ist Béla überzeugt. „Es ist wichtig, dass wir Kreative und Philosophen in einer feige gewordenen Welt eindeutig Stellung beziehen.“
Es steckt ein gewaltiges Konzept hinter dieser Gruppe, das allerdings erst bei den Konzerten im Herbst so richtig zum Vorschein kommen wird. „Dabei spielt die Atmosphäre jeder Show die entscheidende Rolle. „Cinematic Rock“ bedeutet schließlich, dass wir nicht nur in den Ohren, sondern auch in der Vorstellungskraft der Besucher etwas auslösen wollen. Mehr möchte ich an dieser Stelle noch nicht verraten.“
Musikalisch ist „Invictus“, so nennt sich das Debütalbum von Stairway To Violet, wie erwartet stark angelehnt an Heroen wie eben Metallica, aber auch an Judas Priest oder Helloween. Inhaltlich geht es vor allem um einen Protagonisten, der immer mal hinfällt. Und dann gestärkt wieder aufsteht. „Ein Charakter jedenfalls“, lacht Klentze lauthals, „der zu 100 Prozent mir entspricht, samt allen Erfolgen und Abstürzen. Denn ich war nie völlig am Boden. Schließlich bin ich Sternzeichen „Löwe“. Unser Selbstbewusstsein hilft Typen wie mir beständig auf die Beine. Das ist sehr sehr gut so.“

MICHAEL FUCHS-GAMBÖCK
Foto: ANOTHER DIMENSION
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