Pop_News_01.05.26
GET WELL SOON - IN SICH SELBST VERFANGEN
Wenn es nach Konstantin Gropper geht, dem Mastermind des Projekts Get Well Soon, so ist dessen siebtes Album „Minus The Magic“ seine erste Platte über das menschliche Dasein in der Mitte des Lebens. Ist es auch, irgendwie - „mir geht es dieses Mal um die Frage“, bekennt er, „wer bin ich und wo komme ich her mit all meinen Erfahrungen von früher? Ab einem gewissen Alter ist es notwendig, sich in Frage zu stellen, um sich danach besser zu begreifen und optimistischer in der Zukunft weitermachen zu können.“
Ansonsten ist es „nach wie vor die Kunst der großen Geste, die mich bei meiner Musik umtreibt“, erklärt der 43jährige aus dem Württembergischem Biberach, „ich brauche Opulenz, gepaart mit einem Schuss Morbidität. In jener Welt fühle ich mich zu Hause.“ Gropper ist der Öffentlichkeit besser bekannt als Get Well Soon, ein gelassen wirkender Wunderknabe und Multiinstrumentalist mit Hang zu herrlich-latentem Größenwahn und cineastischen Klängen. Kein Wunder, neben den Get Well Soon-Alben ist der Oberschwabe als Komponist für ARTE, den Filmregisseur Wim Wenders und einige Kunden mehr immer wieder prima im Geschäft. „Es ist nicht wichtig, wo ich gerade arbeite“, meint Gropper gelassen, „und eigentlich ist es auch nicht wichtig, ob ich an einer Auftragsarbeit oder an einem Get Well Soon-Stück sitze. Wichtig ist, dass ich meine Arbeit voller Konzentration und Freude betreibe.“
Worte von majestätischer Würde - so majestätisch und würdevoll wie die Musik, die der Mitt-Vierziger in die Welt entsendet. Vieles erinnert an Enno Morricone-Soundtracks und The Divine Comedy, an Früh-1980-er-New Wave und klassizistische Road Movies. Und dann dringt doch immer wieder dieses Getragene, Finstere, Schwere durch. „Hauptsache schön“, meint Konstantin Gropper, „das ist das Wichtigste.“
So schön wie auch ein zweites Get Well Soon-Werk, das noch vor Ende dieses Jahres in den Handel kommen soll. „Auch hier steckt wie gerne bei mir ein Konzept dahinter. Außerdem hat die Platte mit „Minus The Magic“ musikalisch gar nichts zu tun. Mehr verrate ich nicht, als eingefleischter Geheimniskrämer.“
MICHAEL FUCHS-GAMBÖCK
TOURDATEN:
01.06.2026 - Wiesbaden - Schlachthof
02.06.2026 - München - Ampere
03.06.2026 - Erlangen - E-Werk
04.06.2026 - Dresden - Beatpol
05.06.2026 - Berlin - Lido
06.06.2026 - Hamburg - Molotov
07.06.2026 - Köln - Gebäude9
20.06.2026 - Ulm - Ulmer Zelt