![]() | Jazz_News_26.12.25 BACK DOOR - GROOVE FÜR DIE EWIGKEITBack Door war eine höchst interessante Formation, die leider nur fünf Jahre bestand. Das Trio setzte sich aus jungen britischen Musikern zusammen, die nach Auflösung der Gruppe durchs Mitwirken bei anderen Formationen zu hohem Status kamen: Da hätten wir Colin Hodgkinson an Bass und gelegentlichem Gesang, Ron Aspery bediente Saxophon, Flöte und E-Piano, Tony Hicks das Schlagzeug. Auf Gitarre wie auf Keyboards wurde zunächst verzichtet. Nach dem Split der Band wurden die Mitstreiter ausnahmslos ab Mitte der 70er angeheuert z. B. von Alexis Korner, Whitesnake oder Sky. Das namenlose Debütalbum wurde selbst finanziert. Rasch erregte es die Aufmerksamkeit der englischen Musikpresse. Einige Auftritte im legendären „Ronnie Scotts Club“ im Londoner Stadtteil Soho sicherte dem Dreier schließlich eine Neuveröffentlichung des Erstlings beim Label „Warner“. Auch der kultige Moderator John Peel unterstützte Back Door, organisierte Aufnahmen fürs staatliche „BBC Radio 1“. Es folgten drei weitere Alben, sämtlich auf hohem musikalischem Niveau, angesiedelt zwischen Jazz, Rock, Blues und auch mal Avantgarde. Doch der große Erfolg wollte sich nicht einstellen. Zwar stieß zum dritten Werk „Another Fine Mess“ der renommierte Keyboarder Dave McRae zum Kern der Truppe, zum Schwanengesang „Activate“ holte man sich mit Adrian Tilbrook einen neuen Drummer an Bord. Und 1976 gab es noch eine USA-Tournee, im Vorprogramm von Emerson, Lake & Palmer. Nichts half, Back Door schien der Status des „ewigen Geheimtipps“ anzuhaften. Also kam es frustriert zum Split. Dass die Musik der Combo über zeitlose Qualität verfügt, beweist die Veröffentlichung des Gesamt-Øevres auf der 5 CD-Box „Vienna Breakdown“ jetzt. Darauf zu finden die vier Alben, dazu ein Silberling mit den BBC-Sessions sowie zur Abrundung den kompletten „Impulse“-Studiosessions aus dem Jahr 1971. Alles groovt und swingt hier, obwohl durchaus auch ein intellektueller Hintergrund anwesend ist. Eine Neuauflage des Trios wird es nie geben, denn Aspery und Hicks verstarben 2003 bzw. 2006. MICHAEL FUCHS-GAMBÖCK
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