Jazz_News_12.04.19
XJAZZ Festival 2019 in Berlin

XJAZZ Festival 2019 in Berlin

Vom 08. bis 12. Mai 2019 ist in Berlin wieder XJAZZ-Zeit. Für zahlreiche Freigeister mittlerweile ein fester Kulturtermin im Kalender. Die Ursprungsidee der Organisatoren war es einen alternativen Gegenentwurf zu den etablierten hiesigen Festivals zu starten. Dabei dient der Terminus Jazz eher als imaginärer Oberbegriff denn als stringente Vorgabe. Nicht die üblichen Verdächtigen des internationalen Jazz-Business, sondern vorwiegend unverbrauchte Talente mit neuen musikalischen Ideen sollen gefördert werden, gern auch aus dem Berliner Schmelztiegel. Die Infrastruktur einer Metropole samt passender Veranstaltungsorte für unterschiedliche Szenen ist vorhanden und kann genutzt werden.

Auch 2019 bespielt XJAZZ die bekannten und ausgefallenen Bühnen Kreuzbergs. Von der Emmauskirche über den legendären Punk-Tempel SO36, das ehemalige Kino Lido, das angesagte Bi Nuu bis hin zu einem Boot auf der Spree. In diesem Rahmen soll der Stilmix blühen: hybride Konstellationen, die mitunter gern auch provozieren wollen, ohne den kreativen Anspruch dabei aus den Augen zu verlieren. Electronica kombiniert mit Jazz, Klassik, Hip Hop und World Music stehen auf der Agenda. So sind neue Talente, deren Namen man noch nie gehört hat, fester Bestandteil des Festival-Konzepts und aus Erfahrung vergangener XJAZZ-Festivals manchmal sogar das „Salz in der Suppe“. Das Publikum ist bunt gemischt. Vom Jazz-Nerd bis zum freakigen Jung-Spunt, hier steht das gemeinsame Erleben und Genießen an vorderster Stelle. Und das alles bitteschön mitten im Kiez.

Das Programm selbst ist das beste Mittel gegen Langeweile. Afrobeat mit Kokoroko zum Beispiel oder der prominente Sänger Max Herre, hier vereint mit Jazz-Keyboarder Roberto DiGioia und seinem formidablen Projekt Web Web Experience. Zwei hochgehandelte Klaviertrios, das neue skandinavische „Supertrio“ Rymden mit Bugge Wesseltoft und der ehemaligen Rhythmusgruppe von Esbjörn Svensson’s Gruppe e.s.t., Dan Berglund (Bass) und Magnus Öström (Schlagzeug), sowie The Bad Plus aus den Staaten, stehen für den aktuellen, klavier-dominierten Jazz. Aus Polen kommt die junge Bassgitarristin Kinga Glyk, die mit frischen Ideen die Historie von Jaco Pastorius und Marcus Miller fortschreibt. Unglaublich aber wahr, der dieses Jahr neunzig Jahre jung werdende Jazzklarinettist Rolf Kühn gibt sich wieder einmal die Ehre bei XJAZZ.

Die Kapazitäten der Veranstaltungsorte sind begrenzt. Für alle Konzerte werden Einzelkarten erhältlich sein. Tickets und das gesamte Programm bzw. die Timetables der verschiedenen Tage sind über die Webseite www.xjazz.net sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich. red
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tonart Ausgabe Frühjahr 2019/1

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