Branchen_News_24.11.17
Steuersparmodell à la Bono

Steuersparmodell à la Bono

Im Zuge der von der „Süddeutschen Zeitung“ initiierten Auswertung der „Paradise Papiers“ wurde bekannt, dass U2-Sänger Bono in Briefkastenfirmen investiert. Über eine maltesische Firma wurde Bono 2007 Miteigentümer eines Einkaufszentrums in Uten, Litauen, das über Jahre hinweg trotz hoher Profite nie Steuern an den litauischen Staat abführte. Außerdem fand eine Übernahme durch ein auf der britischen Kanalinsel Guernsey gemeldetes Unternehmen statt, an dem Bono ebenfalls Anteile hält - für 100 Pfund. Wirtschafts-Expertin Ruta Bilkstyte spricht von „grobem Verstoß gegen das Steuergesetz“. Behördliche Untersuchungen laufen. Die Verantwortlichen hinter Mall und Briefkastenfirmen zeigen sich indes überzeugt, legal gehandelt zu haben. Bono sei außerdem nur „passiver Minderheitseigentümer“. Der Sänger selbst äußerte sich „betroffen, sollte nicht vorbildhaft gehandelt worden sein“, er plädierte für grundsätzlich mehr Transparenz in solchen Angelegenheiten. U2 standen schon früher in der Kritik, weil sie 2006 ihre Tantiemenstelle von Irland in die Niederlande verlegt hatten, um Steuern zu sparen.

Bild: © Brantley Gutierrez/Universal Music
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