Branchen_News_13.04.17
Jeden zweiten Dollar verdient die US-Musikindustrie mit Streaming

Jeden zweiten Dollar verdient die US-Musikindustrie mit Streaming

In den USA hat die Musikindustrie im Jahr 2016 erstmals mehr als die Hälfte ihrer Einnahmen mit Streaming-Diensten erzielt, wie der Branchenverband RIAA meldet. Im Jahr zuvor lag dieser Anteil erst bei rund einem Drittel. Besonders stark sind die Einnahmen aus kostenpflichtigen Streaming-Abos gestiegen: Sie haben sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Dagegen wuchsen die Erlöse aus werbefinanziertem Streaming eher geringfügig. Als Grund für den Streaming-Boom nennt die RIAA nicht zuletzt den Einstieg von Apple in das Musik-Mietmodell. Und Spotify feierte unlängst den 50millionsten Premium-Abonnenten weltweit. Im Gegenzug gehen die Einnahmen aus Download-Diensten wie Apple iTunes Store rapide zurück (in den USA um 22 % von 2015 bis 2016). Auf dem Rückzug sind auch die physischen Tonträger: Sie tragen nur noch rund 22 Prozent zum Gesamtumsatz der US-Musikindustrie bei. Rund ein Viertel davon gehen auf das Konto der Vinyl-LP, die in 2016 abermals leicht zulegen konnte (+4 %). In Deutschland ist dagegen die CD immer noch der Haupt-Umsatzträger mit einem Anteil von 54 % an den Gesamteinnahmen (laut Bundesverband Musikindustrie). Die Streaming-Einnahmen lagen demnach in 2016 bei 24 %, die Download-Erlöse bei gut 12 % und der Beitrag der Vinyl-LP bei 4,5 % (eine Steigerung um 40 % gegenüber 2015). Parallel dazu zogen auch die Plattenspielerverkäufe in Deutschland an, wie die Gesellschaft für Unterhaltungselektronik mitteilt: 106.000 Plattenspieler wurden demnach in 2016 hierzulande verkauft (+33 % gegenüber 2015). Den Erfolg der Schwarzen Scheibe erklärt sich der Branchenverband mit der zunehmenden „Freude am entschleunigten Musikgenuss“ und der „Vorfreude darauf bereits beim Auspacken der Schallplatte“.
www.riaa.com, www.musikindustrie.de, www.gfu.de
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tonart Ausgabe Herbst 2018/3

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