Klassik_News_31.03.17
Vokalmusik ohne Tellerrand

Vokalmusik ohne Tellerrand

Enorme Gesangsvielfalt beim 18. Festival „a cappella“ Leipzig

Die Stimme ist ein hoch sensibles und faszinierendes Instrument, birgt zahllose Farben, Möglichkeiten und Facetten. Nirgendwo wird das wahrscheinlich deutlicher als beim Singen, speziell dem Singen ohne andere Instrumente – a cappella. Und wer einmal ganz gebündelt die Vielfalt des A-cappella-Gesangs entdecken will, der ist in Leipzig bestens aufgehoben.
Dort veranstaltet das renommierte Vokalensemble amarcord jährlich sein Festival „a cappella“, das Gesang aus allen Ecken der Welt präsentiert. Bei der inzwischen 18. Ausgabe des Festivals vom 21. bis 30. April sind in elf Konzerten Gruppen aus ganz Europa und Australien mit den verschiedensten Klangfarben und Repertoires zu erleben.

Bereits das Eröffnungskonzert von „a cappella“ 2017 besticht durch große Bandbreite und Stilsicherheit: Die Gastgeber amarcord singen geistliche Vokalmusik aus einer Zeitspanne von beinahe acht Jahrhunderten. In den darauffolgenden Konzerten ist unter anderem der traditionelle Gesangsstil Korsikas zu hören, sowie die führende Vocal Jazz-Gruppe Australiens, The Idea of North. Mit Club For Five (Finnland), Kraja (Schweden) und Estonian Voices (Estland) zeigen gleich drei Ensembles, welche Klangvielfalt Nordeuropa in Sachen A-cappella-Gesang zwischen Pop, Folk und Jazz bereithält. Darüber hinaus gibt es hochklassige Renaissance-Polyphonie und A-cappella-Comedy.

Die Festivalkonzerte werden durch kostenfreie Einführungsveranstaltungen und Vorträge umrahmt. Unter anderem hält der Leipziger Phoniater und HNO-Spezialist Prof. Dr. Michael Fuchs einen Vortrag über die Pflege und Gesunderhaltung der Singstimme. Und neben dem Konzertprogramm kann man auch beim Internationalen A CAPPELLA Wettbewerb Leipzig über den Tellerrand schauen: Der parallel zum Festival stattfindende Wettbewerb ist zugleich Podium und Akademie für den A-cappella-Nachwuchs. Hier wetteifern aufstrebende, junge Gruppen miteinander vor Publikum und einer internationalen Jury um den ehemaligen Countertenor der King‘s Singers, David Hurley. In einem öffentlichen Workshop arbeiten die Gruppen außerdem mit A-cappella-Profis an ihrem Repertoire und können neben verschiedenen Auszeichnungen so auch viel Input und Feedback für ihren weiteren Weg mitnehmen – alles im Sinne der Vielfalt der Stimme. Falk Mittenentzwei

Das gesamte Programm mit allen Informationen und Neuigkeiten ist auf der „a cappella“-Homepage www.a-cappella-festival.de zu finden.

Bildcredit: Mel Et Lac
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tonart Ausgabe Herbst 2018/3

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